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Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von der Stiftung Artenschutz zur Verfügung gestellt.

Die Stiftung Artenschutz ist eine Gemeinschaftsinitiative von angesehenen Zoologischen Gärten, Tierparks und Naturschutzorganisationen. Erklärtes Ziel ist der Erhalt in ihrer Existenz gefährdeter Tierarten, für die es bislang keine ausreichende Lobby gibt, sowie der Schutz ihrer ursprünglichen Lebensräume. Dafür werden Förderer gesucht, die Projekte zum Schutz der Tiere finanziell unterstützen. Wenn Sie mehr über die Stiftung Artenschutz und Fördermöglichkeiten erfahren möchten, klicken Sie einfach hier!
 
Saiga

Saiga (Saiga tatarica) - Wunderhorn der Steppenziege

Mit ihrem niedrigen Körperbau, dem aufgeblähten Nasensack und dem eigentümlichen Rüssel erscheinen Saigas wie aus mehreren Tierarten zusammengesetzt. Der klagend blökende Ruf und ihr schreckhaftes, leicht hektisches Wesen verstärken diesen Eindruck noch. Doch das Aussehen täuscht. Saigas sind nach neueren Erkenntnissen mit den Ziegenartigen verwandt und gehören somit nicht zu den Antilopen. Zoologisch gesehen ist die Art der einzige Vertreter ihrer Gattung. Das Verbreitungsgebiet der Saigas reichte einst von den westrussischen Steppen über die Halbwüsten Mittelasiens bis in den mongolischen Altai und die chinesische Gobi-Wüste. Einst zogen sie zu Millionen durch das trockene Herz Asiens. Kilometerweit konnte man das Blöken und Getrappel der Herden hören. Einmal losgezogen, sind Saigas durch nichts mehr aufzuhalten. Mit durchschnittlich 30 km/h geht es über die flachen Steppen und Halbwüsten. Auf der Flucht erreichen sie Geschwindigkeiten von über 70 km/h. Immer leicht kopfüber gebeugt, wandern sie hunderte von Kilometern ohne Unterbrechung und durchschwimmen ohne Mühe selbst Ströme wie die Wolga.


Vabanquespiel aus Profitgier

Heute sind die Saigas aus großen Teilen ihres Verbreitungsgebietes verschwunden. Von den einst flächendeckenden Beständen sind nur zersplitterte Gruppen übrig geblieben. Zu verlockend waren die Fleischmengen, die die riesigen Herden versprachen. Mit den Hörnern ließen sich zudem exorbitante Profite erzielen. Besonders in China gilt Saigahorn von alters her als Aphrodisiakum - ein sexuelles Stärkungsmittel für Lendenlahme. Betuchte Chinesen schwören noch heute auf die Wirkung des pulverisierten Wunderhornes. Schwindende Bestände kümmern sie wenig. Im Gegenteil: Je weniger Saigas existieren desto exklusiver und wertvoller wird der »Rohstoff«. Hohe Preise sind wiederum ein zusätzlicher Ansporn für die Wilderer. Ein fataler Kreislauf, der ohne Gegenmaßnahmen zum endgültigen Aussterben der Saigas führen wird. Allein im europäischen Kalmückien ist ihr Bestand in nur drei Jahren von 300000 auf 25000 Tiere zurückgegangen. Der Anteil der Männchen ist wegen der einseitigen Abschüsse auf etwa 10% gesunken - ein katastrophaler Wert. Hält dieser Trend an, sind die Saigas vielleicht schon in den nächsten zwei Jahren für immer aus Europa verschwunden.


Der Anfang ist gemacht

  • Der massive Schmuggel mit Saigahörnern im fernen Osten führte bereits 1994 dazu, die Saiga in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufzunehmen, das den Handel mit bedrohten Tierarten international regelt. Das Abkommen wurde von Kasachstan noch nicht unterzeichnet. Zumindest die kalmückischen und mongolischen Saiga-Populationen haben damit aber einen internationalen Schutzstatus - die Basis für erste konkrete Erhaltungsprojekte.
  • In Russland und in der Mongolei ist die Saiga in den Roten Listen der vom Aussterben bedrohten Tierarten aufgeführt und es herrscht ein generelles Jagdverbot.
  • Der WWF und die IUCN veröffentlichten eine Analyse über das Ausmaß des illegalen Handels mit Saigahorn-Produkten und unterstützen die Bekämpfung der Wilderei.

Das Arbeitsprogramm der Stiftung Artenschutz

  • Ermittlung der verbliebenen Saiga-Populationen im gesamten Verbreitungsgebiet.
  • Unterstützung der russischen, kasachischen und mongolischen Schutzgebietsverwaltungen beim Aufbau großräumiger Saiga-Schutzgebiete und Förderung grenzüberschreitender Kooperationen.
  • Aufbau bzw. Unterstützung von Anti-Wilderer-Einheiten, insbesondere im europäischen Teil des Verbreitungsgebietes (Kalmückien).
  • Verbesserung der Ausrüstungen in den Schutzgebieten.

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