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Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von der Stiftung Artenschutz zur Verfügung gestellt.

Die Stiftung Artenschutz ist eine Gemeinschaftsinitiative von angesehenen Zoologischen Gärten, Tierparks und Naturschutzorganisationen. Erklärtes Ziel ist der Erhalt in ihrer Existenz gefährdeter Tierarten, für die es bislang keine ausreichende Lobby gibt, sowie der Schutz ihrer ursprünglichen Lebensräume. Dafür werden Förderer gesucht, die Projekte zum Schutz der Tiere finanziell unterstützen. Wenn Sie mehr über die Stiftung Artenschutz und Fördermöglichkeiten erfahren möchten, klicken Sie einfach hier!
 
Mekong-Riesenwels

Mekong-Riesenwels (Pangasionodon gigas) - Der König der Fische

Pla Beuk, Pa Buk oder Trey Reach - verschiedene Namen für eine außerhalb Südostasiens weitgehend unbekannte, aber bei der Bevölkerung am Lauf des Mekong fast legendäre Tiergestalt: den Mekong-Riesenwels. Alle Namen bedeuten zutreffend »Riesenfisch« oder »Königsfisch«, denn mit bis zu drei Metern Länge und 300 kg Gewicht gehört er zu den größten Süßwasserfischen der Erde. Trotz seiner Größe ist der zahnlose Riesenwels ein reiner Pflanzenfresser. Obwohl in Thailand heiß begehrt und als Luxus-Speisefisch teuer bezahlt, weiß man nur wenig über den »König der Fische«. Selbst seine wissenschaftliche Entdeckung - 1930 auf dem Fischmarkt der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh - fand erstaunlich spät für eine so große Tierart statt.


Tödliche Bedrohung auf dem Weg zur Paarung

Einmal im Jahr wandern die Welse den Mekong hinauf, um, wie man vermutet, in einem See 2 500 km weiter nördlich im Süden Chinas zu laichen. Seit Jahren wird der große Fisch in seinem gesamten Verbreitungsgebiet viel zu stark befischt. Aber gerade auf der Laichwanderung ist er am stärksten bedroht. Im Bereich von Stromschnellen zwischen Laos und Thailand spannen Fischer beider Länder 250m lange Nylon- Netze auf, die eine kaum zu überwindende Barriere darstellen. Ursprünglich ein traditionelles Handwerk, ist der Welsfang an den Stromschnellen heute ein unkontrolliertes, industrialisiertes Unterfangen. Händler und Restaurants bezahlen bis zu US$ 2000 für das Fleisch eines großen Tieres. Anfang des Jahrhunderts konnte man mit einfachen Methoden Hunderte Welse fangen, 1990 mit modernen Stellnetzen gerade noch 65. 1998 war es nur noch ein einziger. Das Ende des Königs der Fische ist in Sicht, und die Welt nimmt kaum Notiz davon.


Zehntausende Nachkommen, aber eine unsichere Zukunft

Bereits seit zehn Jahren werden in Thailand gefangenen Riesenwelsen, bevor sie von den Fischern getötet werden, die Eier und der Samen abgestreift. Die damit produzierten Jungfische werden anschließend in Fischfarmen und Stauseen ausgesetzt. So gelang es in Thailand in den letzten Jahren, jährlich bis zu 30 Tonnen Riesenwelse für den Markt zu produzieren. Die so aufgezogenen Fische haben sich bislang jedoch kaum vermehren lassen. Ob es daran liegt, dass selbst zehn Jahre alte Tiere mit etwa 100 kg Körpergewicht vielleicht noch nicht geschlechtsreif sind, oder an veränderten Umwelt- und Wasserbedingungen in den Aufzuchtbecken, ist noch unklar.


Der Anfang ist gemacht

  • Das vom thailändischen Fischereiministerium initiierte Projekt zum künstlichen Ablaichen hat zumindest Tausende von Jungwelsen produziert. Durch die lange Lebensdauer der Fische wurde Zeit geschaffen, die Probleme der künstlichen Vermehrung über mehrere Generationen zu lösen.
  • In Thailand wird über ein Fangverbot bzw. über Fangquoten nachgedacht. Da der Mekong aber ein Grenzfluss und der Wels-Bestand sehr gering ist, bleibt der Erfolg ungewiss.
  • Erste Versuche zur Beobachtung der Wanderung der Fische wurden unternommen.

Das Arbeitsprogramm der Stiftung Artenschutz

  • Intensivierung der Forschung zur Vermehrung des Mekong- Riesenwelses in Stauseen und Fischteichen.
  • Untersuchung des Verhaltens und der Fortpflanzungsbiologie der im Sirikit Reservoir in Thailand ausgesetzten Riesenwelse.
  • Ausstattung von Tieren mit geeigneten Sendern, um die Welswanderung zu verfolgen. So lassen sich die notwendigen Basisdaten für Schutzmaßnahmen sammeln.
  • Untersuchung des Wels-Fangs in Laos und Kambodscha und Suche nach den Laichgebieten in China.
  • Langfristig Auswilderung von Welsen im Mekong, verbunden mit entsprechenden Naturschutzkampagnen und Aufklärungsarbeit bei den Mekongfischern.

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