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Ameisenbären (Familie Myrmecophagidae)

Die Ameisenbären (Myrmecophagidae) bilden mit 4 Arten eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Zahnarmen. Ihr Lebensraum erstreckt sich über Mittel- und Südamerika.


Beschreibung

Charakteristisch für diese Tiere ist die zahnlose Röhrenschnauze, die eine lange Zunge beherbergt. In der Größe unterscheiden sich die Mitglieder der Familie beträchtlich, vom nur 250g schweren Zwergameisenbären bis zum Großen Ameisenbär, der über 30 kg erreichen kann. An ihren Vorderzehen tragen Ameisenbären auffällig lange und scharfe Krallen. Diese dienen zum Aufreißen von Termitenbauen und zur Abwehr von Feinden. Die Anzahl der Krallen variiert je nach Art: zwei beim Zwergameisenbären, drei beim Großen Ameisenbärenen und vier bei den Tamanduas. Die hinteren Krallen sind weniger ausgeprägt entwickelt. Der Schwanz ist lang, beim Großen Ameisenbären buschig, bei den anderen Arten als Greifschwanz ausgebildet. Augen und Ohren dieser Tiere sind klein, der Geruchsinn dagegen sehr gut entwickelt.


Lebensweise

Die Arten unterscheiden sich deutlich in ihrem Lebensraum: während der Zwergameisenbär ein reiner Baumbewohner ist und vorwiegend Wälder bewohnt, lebt der Große Ameisenbär ausschließlich am Boden und bevorzugt Savannen. Die Tamanduas liegen in der Mitte, sie finden sich sowohl am Boden als auch in den Bäumen. Ameisenbären sind vorwiegend Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammenkommen.


Ernährung

Die Nahrung der Ameisenbären besteht fast ausschließlich aus Ameisen und Termiten. Mit ihren Krallen brechen sie die Bauten dieser Tiere auf und lecken die Tiere mit ihrer langen, eingespreichelten Zunge auf, nach dem Verschlucken wird sie vom muskulösen Magenpförtner zermahlen. In menschlicher Gefangenschaft nehmen sie auch Obst zu sich.


Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung der Ameisenbären ist nicht sehr viel bekannt. Nach rund 120- bi 190 tägiger Tragzeit bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Dieses reitet in den folgenden Monaten auf dem Rücken der Mutter, die baumbewohnenden Arten lassen die Jungtiere auch manchmal während der Nahrungssuche auf einer geschützten Astgabel zurück. Die Geschlechtsreife erreichen Große Ameisenbären mit drei bis vier Jahren, bei den anderen Arten ist dies nicht bekannt, ebensowenig wie die Lebenserwartung in freier Wildbahn.


Bedrohung

Ameisenbären zählen zu den weniger bedrohten Arten, wozu ihr großes Verbreitungsgebiet und ihre relative Anspruchslosigkeit beitragen. Die IUCN listet lediglich den Großen Ameisenbären als gefährdet (vulnerable).


Gattungen und Arten

Die Familie teilt sich in drei Gattungen mit insgesamt vier Arten:

  • Der Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus) ist ein nur 250 g schwerer Baumbewohner mit Greifschwanz.

  • Der Große Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla) ist die bekannteste Art dieser Familie, ein bis 30 kg schwerer Bodenbewohner.

  • Die Tamanduas (Tamandua) stehen größenmäßig zwischen den anderen Arten und sind swohl Baum- als auch Bodenbewohner. Es gibt zwei Arten: den Nördlichen Tamandua (T. mexicana) und den südlichen Tamandua (T. tetradactyla).


  • Systematik

    Die nächsten Verwandten der Ameisenbären sind die Faultiere (Folivora), mit denen sie die Ordnung der Zahnarmen bilden. Die Zahnarmen werden mit den Gürteltieren und ausgestorbenen Tieren wie dem Glyptodon zur Überordnung der Nebengelenktiere (Xenarthra) zusammenfgefasst.


    Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ameisenbären aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.



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